Jan 05 2011

In Benzinfahrzeugen kann man Autogas nachrüsten

Steigende Benzinpreise haben in letzter Zeit dazu geführt, dass immer mehr Autobesitzer ihre Fahrzeuge durch Einbau einer Gasanlage umrüsten. Danach kann sowohl mit Gas als auch weiterhin mit Benzin gefahren werden.

Der Einbau einer Gasanlage ist in fast alle Fahrzeuge mit Motoren, die mit Benzin betrieben werden, möglich. Dieselfahrzeuge eignen sich nicht für den Umbau, bei diesen Motoren kann im Einzelfall ein Umbau auf den Betrieb mit Pflanzenöl erfolgen. Die Nachrüstung einer Gasanlage ist unkompliziert, in den letzten Jahren haben sich viele Fachwerkstätten auf den Einbau spezialisiert. Dadurch ist auch die dauerhafte Wartung gesichert. Das Gastankstellennetz ist in Deutschland gut ausgebaut, online sind die rund 6.000 Zapfsäulen jederzeit abrufbar, monatlich kommen ca. 100 neue Tankstellen hinzu. Deutsche Zapfsäulen sind für die hierzulande gebräuchlichen Anschlüsse ausgelegt. Im europäischen Ausland ist das Tanken von Gas ebenfalls möglich, für viele Länder werden keine Tankadapter benötigt. Lediglich in Holland, England, Spanien und Norwegen brauchen Autofahrer einen Adapter für den Bajonett-Anschluss. Die Gasanlage wird im Motorraum integriert, für den Gastank gibt es drei verschiedene Einbaumöglichkeiten. Am häufigsten werden die Tanks in dem Reserveradmulden verbaut. Dadurch verfügen die Fahrzeuge nicht mehr über ein Reserverad, in Notfällen kommen Reifenpiloten zum Einsatz. Besonders bei Allradfahrzeugen erfolgt der Einbau im Kofferraum, was je nach Größe des Tanks zu Einschränkungen des Kofferraumvolumens führt. Die dritte Alternative sind Unterflurtanks. Sicherheitsrisiken ergeben sich durch den Einbau einer Gasanlage nicht, auch bei großer Hitze oder schweren Unfällen besteht kein höheres Risiko. Es wird unterschieden zwischen manuellen, teilsequenziellen und vollsequenziellen Anlagen. Alle Systeme starten im Benzinbetrieb und werden dann vom Fahrer oder vollautomatisch auf den Gasbetrieb umgeschaltet. Aktuell werden Prototypen erprobt, bei denen das Fahrzeug bereits mit Gas gestartet werden kann.

Die Kosten für den Einbau einer Gasanlage sind abhängig von der Leistung und der Zylinderzahl des Fahrzeuges. Ein weiteres Kriterium ist die Abgasnorm, die erreicht werden muss. Wer Autogas nachrüsten möchte, muss mit Preisen von 1.200,- bis 3.500,- € rechnen. Die Reichweite im reinen Gasbetrieb beträgt 300 bis 1.000 Kilometer. Durch den, auch nach dem Einbau weiterhin nutzbaren, Benzintank, wird die Reichweite zusätzlich vergrößert. Bei der Nutzung des bivalenten Antriebes kommt es beim Fahren im Gasverbrauch zu einem Mehrverbrauch von zwischen 5 bis 20 % und einem Leistungsverlust von rund 10 %. Das Gas wird in flüssiger Form getankt, die Angabe der Füllmenge der Tanks und an den Zapfsäulen erfolgt in Liter. In Deutschland dürfen nur Anlagen mit einer Füllmengenbegrenzung betrieben werden. Das Bruttovolumen der Gastanks liegt rund 20 % höher als das effektiv nutzbare Nettovolumen. Die durchschnittlichen Preise für einen Liter Gas betragen 0,65 €. Ob und wann sich der Einbau einer Gasanlage amortisiert, kann im Internet mit Umrüstungsrechnern ermittelt werden. Parameter für die Berechnung sind der Verbrauch, die jährliche Fahrleistung und die Einbaukosten.